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Vereins-/Ortsgeschichte

Über die Entstehung des Ortes

Die Entstehung unserer Ortschaft Pfahldorf lässt sich nicht genau datieren. Jedoch lassen die Hügelgräber aus der Bronzezeit, die man nahe bei der Ortschaft entdeckte, auf eine sehr alte Besiedelung schließen: über 2500 Jahre reicht in unserem Bereich die Siedlungsgeschichte zurück. Ebenso lässt die Eisenstraße, die zum Transport von Erz aus der Gegend von Wachenzell und Hirnstetten Richtung Süden diente, eine frühe Ortsgründung vermuten. Der Verlauf dieser Straße lässt sich heute noch teilweise verfolgen: vom Südrand Pfahldorfs aus verläuft sie ca. 300 m auf der Gungoldinger Straße bis zum Wegkreuz, verfolgt dann auf dem jetzigen Flurbereinigungsweg eine schnurgerade Linie, um bald wieder in die Hauptstraße einzumünden. Diese Eisenstraße führte danach hinab nach Pfalzpaint, über die Altmühl und von dort über Hofstetten und Eitensheim zur Donau.

Die Römer, welche wohl der genannten Erzgebiete im Jura wegen ihre Grenze immer weiter Richtung Norden verlagerten, sicherten ihre Gebiete durch eine befestigte Grenze, den Limes: zunächst bestand diese Grenze aus einem Palisadenzaun, dem ?Pfahl?, welcher später durch eine Steinmauer ersetzt wurde und auch ?Teufelsmauer? genannt wird.

Der Limes überquerte bei Kipfenberg die Altmühl, zog am Pfahlbuck hinauf Richtung Rohräcker, kreuzte die Straße Pfahldorf - Kipfenberg und führte am Ostrand des Dorfes ? vorbei am Pfahlbrunnen - schnurgerade nach Hirnstetten.

Pfahldorf ist also das ?Dorf am Pfahl?.

Die Erinnerung an den Limes ist auch durch die folgenden dunklen und unruhigen Zeiten nach der Römerherrschaft - der Sturm der Alemannen im 3. Jahrhundert beendete die römische Besatzung- erhalten geblieben. Neben Bodendokumenten wie der Fund eines Kalkofens von 5 Meter Durchmesser in der Nähe des Pfahlbrunnens (entdeckt bei Arbeiten zur neuen Umgehungsstraße) sind sowohl der Name des Dorfes als auch die Pfahlhecke an der Straße Richtung Schafhausen heute noch Andenken an den Limes.

So wahrscheinlich und wirklich die genannten Fakten auch erscheinen mögen, historisch gesichert ist der Ort Pfahldorf erst mit der ältesten erhaltenen Urkunde aus dem Jahr 820, die den Namen der Ortschaft erstmals erwähnt; damit ist Pfahldorf der frühest mit Namen bezeugte Ort der ganzen Gegend (und damit immer noch fast 450 Jahre älter als die erste Namensnennung des Marktes Kipfenberg, zu welchem Pfahldorf politisch gehört).

Abt Siegfried von Engelbrechtsmünster (bei Voburg) übergibt mehrere Güter an das Kloster St.Emmeram in Regensburg, darunter auch ein Gut in Pfahldorf mit Haus, Hof und Bediensteten.

Ab diesem Zeitpunkt erwähnen nun Urkunden immer wieder Pfahldorf im Zusammenhang mit Besitzungen und Besitzwechsel. Durch das ganze Mittelalter hindurch finden sich solche Hinweise auf Kaufen, Verkaufen und Vererben von Besitzungen und Rechten in Pfahldorf: zum eigenen Grundbesitz (weniger der Fall) kam die Abhängigkeit von verschiedenen Grundherren. Dessen Aufgabe war es, die Bewohner zu schützen und ihre Rechte zu vertreten. Dafür bekam er ein Entgelt. In späteren Jahren kamen als Grundherren der Bischof, das Domkapitel und andere Grundherren wie die Herrn von Morsbach, Kinding, Bechthal, Geyern und Pfalzpaint hinzu, an welche jährlich bestimmte Abgaben an Roggen, Hafer, Käse, Geflügel und Geld zu leisten waren.

Als erster Pfahldorfer Bauernhof wird 1336 der ?Katzenmaier? genannt, der seinem Grundherren in Eichstätt mit ?Korn, Haber und einem Fastnachtshuhn? zinspflichtig war.

Die alten Hofnamen und Flurbezeichnungen in den Zinsbüchern haben sich zum Teil bis heute erhalten: 1624 verkauften Leonhard Bissenharder und Hans Schmidt zu Altdorf an den Bischof ihr Holz am Hergarshofer-Feld. Ein Jahr später verkaufte der oben genannte Bissenharder Holz und das Ödfeld im Hirschhof. 1626 veräußerte ein Bartholomä Pfaller eine Acker im Herbsthof. Von den drei Bauernhöfen H e r r s c h h o f, B i r n h o f und F e l d h o f sind die Flurnamen heute noch gebräuchlich. Diese drei Höfe außerhalb der Ortschaft wurden im 30-jährigen Krieg von den Schweden niedergebrannt und nicht wieder aufgebaut. Heute noch fließt bei jedem Hof eine Quelle und zeigt damit den vermutlichen Standort der Höfe an.

 


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